Prostitution

Die Prostitution und das sie begleitende Übel des Menschenhandels zum Zwecke der Prostitution sind mit der Würde und dem Wert der menschlichen Person unvereinbar und gefährden das Wohl des einzelnen, der Familie und der Gemeinschaft (Konvention zur Unterbindung des Menschenhandels und der Ausnutzung der Prostitution anderer vom 02.12.1949).

Der liberalisierte gesetzliche Umgang mit Prostitution in Deutschland verrät die Ziele der UN-Konvention und lässt sich mit den Werten einer demokratischen Gesellschaft nicht in Übereinstimmung bringen. Er legitimiert Gewalt an Frauen, deren Entrechtung, Versklavung und Missbrauch. Dies geht nicht nur zu Lasten der Person, die prostituiert wird. Schaden nimmt auch das Zusammenleben und die Verständigung zwischen den Geschlechtern und damit die Beziehung zwischen Frauen und Männern, Mädchen und Jungen in unserer Gesellschaft.

Meist sind Frauen von Prostitution betroffen. Das prostitutive Geschehen stellt eine Verletzung der Frauenrechte dar und widerspricht dem Gedanken und der Verwirklichung der Gleichberechtigung von Frau und Mann zutiefst. Es ist eine grausame Form des sexuellen Missbrauchs und Gewalt an der prostituierten Frau (vgl. Moran 2015).
Das Benutzen einer Frau zur Befriedigung der sexuellen Bedürfnisse eines Mannes, schädigt ihre Psyche, ihren Körper und ihre Integrität tiefgehend und hinterlässt ein schweres Trauma – schon allein deshalb ist Prostitution kein Gewerbe oder Beruf!
Durch die Möglichkeit des Kaufes von Sex lernt ein Mann, dass er ganz legal Macht über eine Frau ausüben kann. In den Ländern, in denen Prostitution erlaubt ist, wird diese Tatsache als Normalität akzeptiert. Es ist eine Frage der Ethik und der Verantwortung einer Gesellschaft, ob sie den Kauf von Frauenkörpern (und Männerkörpern) als Normalität in ihrer Mitte implementiert oder ob sie dies ächtet als etwas Menschenunwürdiges.

Fakten

Deutschland hat neben Holland von allen europäischen Ländern die freizügigste Einstellung zu Prostitution und Sexkauf. Das im 2004 eingeführte Prostitutionsgesetz (ProstG) hat die Sittenwidrigkeit abgeschafft und Prostitution zu einem normalen Beruf erhoben.
Seit Inkrafttreten des Prostitutionsgesetzes, zusätzlich begünstigt durch die EU-Osterweiterung, ist die Zahl der Prostituierten in Deutschland erheblich in die Höhe geschnellt – Deutschland ist zur Drehscheibe von Frauenhandel und Zwangsprostitution geworden. In Deutschland sind nach Schätzungen der Bundesregierung etwa 400 000 Frauen in der Prostitution tätig. Paulus (2014), Kriminalbeamter a.D., weist darauf hin, dass es keine eindeutigen Belege für eine genaue Zahl an Prostituierten in Deutschland gibt, da „sich das Prostitutionsgeschehen in der Geschlossenheit einer Parallelgesellschaft abspielt und staatlich nur wenig kontrolliert wird“ (ebd., S. 100). Täglich werden die Dienste von Prostituierten von über einer Million Männer in Anspruch genommen (vgl. ebd., S. 100).

80 % bis 90 % der in Deutschland in der Prostitution tätigen Frauen haben einen Migrationshintergrund. Ein Großteil der Frauen stammt aus Russland, Rumänien, Bulgarien, Slowakei, Ungarn, Tschechien, Polen und anderen Ländern Osteuropas, in denen sie geringe Chancen auf Bildung und Gelderwerb haben. Nach Schätzungen der Vereinten Nationen werden in Europa jedes Jahr ca. 500 000 Frauen und Mädchen zur Prostitution gezwungen!
Prostitution ist kein Beruf wie jeder andere und auch kein Gewerbe, sondern ein Lebensstil, dessen Geschäfte nach wie vor von illegalen und kriminellen Strukturen gekennzeichnet sind und der nach eigenen Gesetzen und Regeln funktioniert, zu Lasten des Großteils der in der Prostitution tätigen Frauen. Deren prekäre Lebens- und Arbeitssituation ist meistens gekennzeichnet von fehlender rechtlicher Absicherung, Stigmatisierung, mangelnder Sprachkenntnisse, Abhängigkeiten und Zwangslagen, körperlichen Beschwerden, Traumatisierung und Gewalterfahrungen.
Weigelt kommt durch empirische Untersuchungen bereits 1989 zu dem Schluss, dass die Ausübung der Prostitution Repräsentant sozialer und ökonomischer Unterdrückung von Frauen ist. (Vgl. Weigelt 1989, S. 75 f.)
Auch Rachel Moran, eine ehemalige Prostituierte aus Irland vertritt die Haltung, dass Prostitution eine hochgradig geschlechterspezifische Form der Unterdrückung ist (vgl. Moran, 2014, S. 10).
Beschäftigen wir uns mit Erfahrungsberichten von Frauen, die in der Prostitution tätig waren und den Ausstieg geschafft haben, so kommen wir sehr schnell zum Ergebnis, dass der Kauf von Sex und das Benutzen einer Frau zu sexueller Befriedigung Gewalt an dieser Frau ist. Und es ist meistens die Fortsetzung von Gewalterfahrungen in der Biografie der Frauen, wie es vom Bund Deutscher Traumatherapeuten in einem Appell gegen Prostitution beschrieben wird (http://www.trauma-and-prostitution.eu/der-appell/).
Wir sind der Auffassung, dass der Umgang mit Prostitution, die Haltung, die der deutsche Staat zu dieser Thematik vertritt, dem Gedanken der Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau widerspricht und diesem entgegenwirkt. Die Konsequenz für eine Gesellschaft, in der Sexualität und Frau als käufliche Ware gehandelt wird, kommt zum Ausdruck im Konsum von Pornographie, in der Veränderung der Nachfrage nach immer brutaleren und perverseren Arten der Befriedigung (Flatrate-Bordelle, Gang-Bang Partys, minderjährige Prostituierte).
Das Anbieten einer sexuellen Dienstleistung ist nicht abzukoppeln von der Frau, die sie anbietet und von ihrer Seele, die dadurch krank gemacht und zerstört wird. Frauen, die in der Prostitution tätig sind und behaupten, dass sie es freiwillig tun, dissoziieren die Männer und ihrer Taten, weil niemand mit einer Psyche ausgestattet ist, die den Gewalttaten der Prostitution Stand hält (vgl. Rahm 2014, S. 13).
Die jüngsten Geschehnisse in der Silversternacht in Köln und anderen Städten spiegeln den herrschenden Umgang mit Demütigung von und sexualisierter Gewalt an Frauen und die hohe Toleranz unserer Gesellschaft demgegenüber wieder. Wie könnte es sonst sein, dass ein solch geplanter Übergriff auf hunderte Frauen in aller Öffentlichkeit vor den Augen dutzender Polizisten geduldet wird ohne dass eingeschritten wird und die Frauen geschützt werden? Wie könnte es sonst sein, dass die Sicherheit von Frauen und Mädchen in unserer Gesellschaft davon abhängig gemacht wird wieviel Armlängen Abstand Frau hält?
Wir wollen nicht untätig zusehen, wie Mädchen und Frauen in unserer Gesellschaft zum Opfer von Gewalt und Missbrauch werden! Prostitution, sexualisierte Gewalt und Missbrauch stehen in einem untrennbaren Zusammenhang. Diesen gilt es zu erkennen und dagegen anzukämpfen für ein Leben in Freiheit und Würde für alle Frauen!

Literaturverzeichnis
Moran, Rachel (2013). Was vom Menschen übrig bleibt. Die Wahrheit über Prostitution. Marburg: Tectum Verlag.
Moran, Rachel (2014). In: Kofra. Zeitschrift für Feminismus und Arbeit. 151/152, S. 8-12.
Paulus, Manfred (2014). Organisierte Kriminalität – Menschenhandel. Tatort Deutschland. Ulm: Verlag Klemm+Oelschläger.
Rahm, Tanja (2014). Rede bei der Feminism Conference in London 2014. In: Kofra. Zeitschrift für Feminismus und Arbeit. 151/152, S. 12-14.
Weigelt, Gela (1989). Prostitution: Die älteste Profession oder Oppression der Welt?. Eine vergleichende empirische Untersuchung über Prostituierte und andere berufstätige Frauen. München: Profil Verlag.

Ziele

Wir wollen den Frauen eine Stimme verleihen, die in der Prostitution verstrickt und gefangen sind und sich nicht aus eigener Kraft befreien können.
Wir wollen Aufklärung und Öffentlichkeit über die bittere Wahrheit der Prostitution. Wir möchten Erfahrungsberichte und Wissen publizieren von Aussteigerinnen und professionellen Fachkräften.
Wir wollen eine gesetzliche Bestrafung der Freier. Wo keine Nachfrage ist, gibt es kein Angebot!
Wir möchten ins Gespräch kommen mit Bürgerinnen und Bürgern, mit Politikerinnen und Politikern.

Aktivitäten

Wir engagieren uns in vielfältiger Weise gegen die Ausbeutung von Frauen in der Prostitution. Hierzu sprechen wir regelmäßig mit den verantwortlichen Politikern. Zudem organisieren wir Informations- und Vortragsveranstaltungen zum Thema Menschenhandel und Zwangsprostitution mit namhaften bundesweit bekannten Experten. Nachstehend erhalten Sie Informationen zu unserem aktuellen Projekt "L'ENVOL - Deutsch-Französische Wanderausstellung".

L'ENVOL - Ausstellung

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Wir laden Sie herzlich zu dem Besuch unserer Ausstellung und zu den Vortragsveranstaltungen ein.

L'ENVOL - Programm

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Zum Vortrag bei der vhs in St. Ingbert erbitten wir Ihre Anmeldung unter info@hadassah.website

Hadassah

Der Name Hadassah vereint zwei Dinge, die unmittelbar mit der Prostitution zu tun haben:
Hadassah ist der hebräische Name für Myrte, eine alte, im Mittelmeergebiet bis Südasien verbreitete Kulturpflanze, deren Zweige und Blüten über alle Zeiten als Symbol der Jugend, Schönheit und Reinheit galt, Tugenden, die den Frauen durch die Prostitution geraubt werden.

Außerdem ist es der historische Name einer Frau, die – auch wenn die Lebensumstände gegen sie schienen – durch Willenskraft, Klugheit und Mut ihr Leben meisterte und darüber hinaus ihresgleichen befreite.
Hadassah erlebte schon als kleines Mädchen Bedrohung und war Angst, Schmerz und Verlust ausgesetzt. Ihre Familie lebte weit von der Heimat entfernt, die Eltern wurden aufgrund Ihrer fremden Kultur und Religion getötet. Als Vollwaise kam sie in die Obhut ihres Onkels und musste aus Sicherheitsgründen ihren Namen ändern. Im Jugendalter wurde sie im Zusammenhang mit einer politisch-wirtschaftlichen Krise des Landes in ein ihr unbekanntes Milieu verschleppt, in dem sie – ähnlich wie die Frauen in der Prostitution- gehorsam, freundlich sein und sich unterordnen musste und sie hatte sich auf die erste Begegnung mit einem begehrenden Mann vorzubereiten. Sie fügte sich in diese Situation und nahm ihr Schicksal auf sich. Doch eines Tages ging sie ein großes Risiko ein. Sie durchbrach die Regeln der Obrigkeit, um ihre Stimme für sich und viele Menschen zu erheben. Durch ihren mutigen Einsatz, durch den sie ihr eigenes Leben gefährdete, fand sie Gehör und rettete sich und ihresgleichen.

Hadassah wäre heute in Rumänien, Bulgarien oder Moldavien ein Mädchen, das im Kinderheim aufwächst und von der patriarchalischen Denkweise geprägt wird, dass die Frau der Besitz des Mannes ist. Bei Entlassung ist sie auf sich selbst gestellt und hat gegen Ausgrenzung, extreme Armut und Obdachlosigkeit zu kämpfen. Gepaart mit ihrer hohen Risikobereitschaft ist sie ein gefundenes Opfer für Frauen- und Kinderhandel.
In der modernen Welt wären es Mädchen, die sich in einem totalitären Regime, wie z.B. in Nigeria oder Albanien, oder durch eine Kriegssituation, wie sie z.B. in der Ukraine herrscht, oder durch ein zerrüttetes Elternhaus an Familienangehörige wenden, um - wie Hadassah - Hilfe zu bekommen. Doch durch die desolate Wirtschaftslage des Landes und durch mangelnde Ausbildung geraten sie leicht in die Hände von Menschenhändlern und Zuhältern.

Aufgrund der Wahl dieses Frauennamens wollen wir den Frauen Mut und Hoffnung geben, dass sie sich aus der Gewalt der Prostitution befreien können und dass sie sich ihrer Werte neu bewusst werden.

Spenden

Hadassah initiative féminine ist eine gemeinnützige Organisation, die sich gegen Menschenhandel und Prostitution sowie für die Gleichstellung von Frauen und Männern einsetzt. Wenn Sie uns unterstützen wollen, freuen wir uns über Ihre Spende auf unser Konto:

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